Mitglieder

Dr. Tanja Rinker, Direktorin des Zentrums für Mehrsprachigkeit

Tanja Rinker ist seit vielen Jahren im Bereich Mehrsprachigkeit tätig und ist seit 2009 Leiterin der Arbeitsgruppe „Mehrsprachigkeit und Sprachentwicklungsstörungen“ am Zukunftskolleg/FB Sprachwissenschaft. Nach ihrer Promotion über kindliche Sprachentwicklungsstörungen an der Universität Freiburg untersuchte sie am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) der Universität Ulm Effekte von Sprachförderung bei ein- und mehrsprachigen Kindern. Sie führte diverse Projekte zur Sprachdiagnostik bei mehrsprachigen Kindern sowie zu den neuronalen Grundlagen des türkisch-deutschen Spracherwerbs durch. Sie hat eine Tochter und einen Sohn, die zweisprachig aufwachsen.


Prof. Dr. Janet Grijzenhout, Gründerin des Zentrums für Mehrsprachigkeit

Janet Grijzenhout ist Professorin für anglistische Sprachwissenschaft und Leiterin des Babysprachlabors an der Universität Konstanz. Sie ist eine theoretische Linguistin, die auch experimentell mit Schwerpunkt Erstspracherwerb und Mehrsprachigkeit arbeitet. Sie hat das erste Babysprachlabor (BSL) in Süddeutschland gegründet, wo momentan viele experimentelle Studien zu Sprachwahrnehmung und mono- und bilingualen Wort- und Satzproduktionen durchgeführt werden. Ihre momentanen Forschungsschwerpunkte beinhalten die Phonologie und die Morphologie, sowie die historische Sprachwissenschaft. Sie ist Mitglied im “Kompetenznetzwerk Frühe Kindheit“. 


Ramona Baumgartner


Ramona Baumgartner befasst sich mit Mehrsprachigkeit in Bildungs- und gesellschaftlichen Kontexten. Sie verknüpft dabei Forschung und Praxis durch Kooperationen mit unterschiedlichen Akteuren und Disziplinen. Seit 2016 ist sie im Team des Zentrums für Mehrsprachigkeit an der Universität Konstanz tätig. Dort erforscht und vermittelt sie Aspekte (ein-und mehrsprachiger) Sprachbildung vom frühkindlichen Bereich bis zu weiterführenden Schulen durch Lehre und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften. In Australien arbeitete sie als Lehrerin u.a. für das Goethe-Institut. Bei der Stadt Melbourne unterstützte sie Projekte zur Integration internationaler Studenten. An der Monash University koordinierte sie ein Forschungsprojekt virtuellen Sprachenlernens und ein generationenübergreifendes Sprachlernprojekt. Ramona Baumgartner hat zwei Töchter, die mit vielen verschiedenen sprachlichen Repertoires aufwachsen.


Prof. Dr. Josef Bayer

Josef Bayer ist ein theoretischer Linguist mit einem starken Hintergrund an sprachvergleichener Syntax, v.a. Germanisch (Deutsch, deutsche Dialekte, Niederländisch) im Vergleich zu Indoarisch (Bengali). Dazu kommen thematisch darauf bezogene Arbeiten im Bereich der Psycholinguistik, v.a. Prozesse des Satzverstehens im Deutschen. Durch den komparativen Ansatz und das Interesse an parametrischer Sprachvariation ist ein enger Bezug zu Themen der Mehrsprachigkeit gegeben.


Prof. Dr. Claudia Diehl

Claudia Diehl ist Inhaberin des Lehrstuhls für Mikrosoziologie an der Universität Konstanz. Sie hat an der Universität Mannheim ihr Diplom erworben und promoviert. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Integrationsprozessen von Einwanderern in Deutschland und im internationalen Vergleich. Dabei geht es um Integration in Bereichen wie der Identifikation, der Sprache, der sozialen Kontakte und der Eingliederung im Bildungssystem sowie dem Arbeitsmarkt. Besondere Aufmerksamkeit kommt der Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen sowie informeller Exklusionsprozesse wie Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung zu. Claudia Diehl leitet derzeit das DFG/Norface geförderte SCIP Projekt, eine Befragung unter 8.000 Neuzuwanderern in vier europäischen Ländern.


Erkam Ekinci

Erkam Ekinci studierte von 2009 bis 2016 an der Universität Konstanz die Fächer Englisch und Politik auf Lehramt an Gymnasien. Über mehrere Semester hinweg war er als studentische Hilfskraft bei Frau Dr. Tanja Rinker beschäftigt und ging dabei diversen Tätigkeiten nach (u.a. Tutor für Studierende).

Seit August 2016 ist er im Rahmen des Projektes „Bildungssprache fördern: neue Perspektiven auf Deutsch als Zweitsprache (DaZ) im Fachunterricht“ als Doktorand am Zentrum für Mehrsprachigkeit tätig. Sein Interesse für das Thema „Mehrsprachigkeit im Schulkontext“ ist auf seine persönlichen Erfahrungen als mehrsprachiger Schüler bzw. Student als auch auf seinen akademischen Studienhintergrund zurückzuführen. 

Frank Fuchshuber

Frank Fuchshuber lehrt und forscht am Zentrum für Mehrsprachigkeit der Uni Konstanz zum Thema Deutsch als Zweitsprache im mehrsprachigen Kontext. Aktuell liegt sein Schwerpunkt auf dem Thema Bildungssprache in der Sekundarstufe. Zwei Aspekte dieses Schwerpunktes sind die Förderung der Schreibkompetenzen von mehrsprachigen SchülerInnen und mündliche Interaktionen im Unterricht.

Zuletzt (2016-17) hat Frank Fuchshuber mit Tanja Rinker und Ramona Baumgartner im Projekt „Mehrsprachigkeit in Kita und Schule“ empirische Sprachstanderhebungen im Raum Konstanz durchgeführt. In einer 8-monatigen darauf abgestimmten Fortbildung transferierte er mit seinen Kolleginnen die Forschungsergebnisse in die Praxis.

Von 2002 bis 2008 unterrichtete er Deutsch als Fremd-/Zweitsprache in der Schweiz. Seit 2008 in Deutschland unterrichtet er DaF an der HTWG und der Universität Konstanz. Frank Fuchshuber ist mehrsprachig aufgewachsen und ist Vater eines zweisprachig aufwachsenden Kindes.


Constantin Freitag

Constantin Freitag hat seine sprachwissenschaftliche Ausbildung (BA, MA) an der Humboldt-Universität zu Berlin absolviert. Seine Forschungsinteressen liegen in der theoretischen Syntax und der Psycholinguistik, mit dem Schwerpunkt auf der Satzverarbeitung. Seit August 2014 promoviert er an der Universität Konstanz und arbeitet in dem EU-Projekt AThEME (Advancing the European Multilingual Experience). In dem Projekt befasst er sich mit Verarbeitungseffekten der deutschen Verbstellung bei Muttersprachlern und bei Lernern des Deutschen, deren Muttersprachen sich strukturell prägnant vom Deutschen unterscheiden. Dabei werden psycholinguistische Untersuchungsmethoden wie Lesezeit-, Eye Tracking- und EEG-Experimente, genutzt, um theoretische Hypothesen hinsichtlich des Zweitspracherwerbs zu prüfen.     


Anne Gresser

Anne Gresser lehrt und forscht im Arbeitsbereich Mikrosoziologie an der Universität Konstanz zu Integrationsprozessen von Zuwanderern unterschiedlicher Herkunftsländer und deren Nachkommen. Auch Fragen der sozialen und ethnischen Ungleichheit sind ein wichtiges Forschungsinteresse. Ihr Studium der Diplom-Soziologie hat sie an der Universität Bamberg absolviert. Im Fachbereich empirische Bildungsforschung an der Universität Würzburg promovierte sie zum Thema Unterschiede im politischen Wissen von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. Aktuell arbeitet Anne Gresser im Rahmen des AThEME Projektes (Advancing the European Multilingual Experience) zu der Frage, welche Determinanten den Erstspracherhalt von Migranten in Deutschland begünstigen.


Dr. Tilmann Heil

Tilmann Heil arbeitet zur Mehrsprachigkeit im Senegal und in Spanien. Auf der Basis sprachethnologischer Analysen behandelt er unter anderem den Einfluss von ‚trunkierter Mehrsprachigkeit‘ (truncated multilingualism) und den Gebrauch von linguae francae auf lokales Zusammenleben mit religiöser und kultureller Differenz. Mehrsprachliche Praxis wird verstanden als ein zentraler Bestandteil diversifizierter urbaner Räume. In seiner Arbeit zu Begrüßungen und alltäglichen Sprachspielen betont Tilmann Heil die Spannungen zwischen sprachideologischen und sprachpraktischen Aspekten. Deren Zusammenspiel ist ein Kernbestandteil seiner Ethnographie.


Prof. Dr. Georg A. Kaiser

Prof. Dr. Georg A. Kaiser befasst sich seit vielen Jahren mit Fragen der Mehrsprachigkeit und insbesondere mit der möglichen Auswirkung von Mehrsprachigkeit auf den Sprachwandel. Seit 2000 ist er Professor für romanistische Sprachwissenschaft an der Universität Konstanz. Zuvor war er an der Universität Hamburg tätig, wo er unter anderem im Sonderforschungsbereich „Mehrsprachigkeit“ als Mitarbeiter im Teilprojekt „Mehr­sprachigkeit als Ursache und Folge von Sprach­wandel: Historische Syntax romanischer Sprachen“ tätig war. In sprachlicher Hinsicht befasst er sich schwerpunktmäßig mit dem Französischen, Spanischen und Portugiesischen sowie dem Rätoromanischen, Okzitanischen und Baskischen.


Dr. Svenja Kornher

Svenja Kornher hat in Hamburg studiert (Pädagogik und Geschichte), gearbeitet (unter anderem in der Sozialen Arbeit und im Museum) und promoviert (Geschichte). Sie verbindet im Projekt „Mehrsprachigkeit in der Schule“ die Teilprojekte und die Projektstandorte in Leiden, Tübingen und Konstanz. 


Prof. Dr. Tanja Kupisch

Tanja Kupisch ist seit 2014 Professorin für romanistische Sprachwissenschaft. Davor hat sie zu dem Thema der Mehrsprachigkeit an unterschiedlichen Universitäten (Hamburg, Calgary, McGill, Lund) geforscht. Ihre Forschungsbereiche sind kindlicher bilingualer Spracherwerb, erwachsener Zweitspracherwerb, bilektaler Spracherwerb, Tertiärspracherwerb, Sprachverlust („language attrition“) sowie die Auswirkungen von Sprachdominanz auf Spracheneinfluss, wozu sie mit deutschen, englischen, französischen, italienischen, russischen und türkischen Sprechern gearbeitet hat. Die Phänomene umfassen u.a. grammatisches Genus, Artikelerwerb, Definitheitseffekte sowie fremdsprachlichen Akzent. Von 2009-2011 hat sie ein DFG-Projekt zum Thema Sprachverlust und Bilinguismus geleitet.


Monika Lindauer

Monika Lindauer arbeitet seit April 2015 im Projekt AThEME. In ihrer Dissertation untersucht sie sprachliche Kompetenzen und Erwerbsprozesse des Deutschen bei Kindern mit Türkischer oder Italienischer Herkunftssprache. Experimentelle sprachwissenschaftliche Methoden sowie eine soziologische Erfassung des sozialen Netzwerkes dienen hierbei als Untersuchungsinstrumente. Davor war sie an einer soziolinguistischen Vorstudie zum Projekt AThEME beteiligt, in dem die Rolle der Sprache bei der Entstehung ethnischer Diskriminierung untersucht wurde. Das Interesse für Mehrsprachigkeit und Spracherwerb verfolgte sie bereits durch Tätigkeiten als DaZ/DaF-Lehrkraft in Deutschland und in der Türkei sowie während ihres Studiums der Anwendungsorientierten Interkulturellen Sprachwissenschaft. Zu ihren bisherigen Forschungsinteressen zählen die kontrastive Linguistik und die Soziolinguistik. Dabei befasste sie sich u.a. mit den Themen Sprachvarietäten und -normen sowie deren Verwendung und Stellenwert. Ihre sprachlichen Schwerpunkte liegen auf Französisch, Italienisch, Türkisch sowie Deutsch als Zweit- und Fremdsprache.


Dr. habil. Monika Reif-Huelser


Monika Reif-Huelser ist an der Universität Konstanz Privatdozentin für Anglistik und Amerikanistik mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Sie arbeitet zu  Ethik, Menschenrechten und den Phänomenen von Gewalt und Trauma in literarischen und kulturkritischen Texten.  Die Themen der Flüchtlingsströme des 21. Jahrhunderts, der Migration (innerer und äußerer, freiwilliger oder erzwungener), des Asylantenstatus, der Integration sowie der dadurch entstehenden Zwischenwelten mit ihrer eigenen Art von Sprachlosigkeit, Sprachverwirrung oder Sprachamalgamierung bestimmen zunehmend filmische und literarische Erzählungen.

Dabei richtet sich der Fokus auch auf die Frage nach der Funktion von Sprache/Sprachen, die als eine Fortsetzung des Handelns mit anderen Mitteln bezeichnet worden ist.  Der Topos der "Mehrsprachigkeit" bekommt unter diesen Aspekten der Begegnung von Fremdem und Eigenem eine ethische, soziale und politische Dimension.