Lehrprogramm "Mehrsprachigkeit in der Schule"

Basiswissen:

Seminar: „Grundlagen DaZ in allen Schulfächern“ (3cr)

Dozentin: Ramona Baumgartner

Die steigende Anzahl von Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und deren sprachliche Bedürfnisse im Fachunterricht (mündlich und schriftlich) stellenviele Lehrkräfte vor Herausforderungen. Diese Veranstaltung richtet sich daher an Lehramtsstudierende aller Fächer, die erste praxisorientierte Kenntnisse im Umgang mit Mehr­sprachigkeit im Unterricht erwerben möchten. Sprachliche Bildung und Förderung wird zunehmend zu einer Querschnitts­aufgabe in der Schule, da z. B. gerade auch in natur­ und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Schülerinnen und Schüler mit nicht­adäquaten sprachlichen Kompetenzen benachteiligt sind.Im Seminar werden wir unterschiedliche Szenarien des Erwerbsund des Gebrauchs mehrerer Sprachen im alltäglichen und schulischen Kontext (im Vergleich) sowie die Grundlagen des Deutschen als Zweitsprache (auch im Kontrast zu anderen Sprachen) erarbeiten. Eine auf das unterrichtliche Geschehen fokussierte Einführung in die DaZ-Didaktik und ­Methodik wirdpraktische Handlungsanweisungen vermitteln. Zudem werden soziologische und kulturelle Aspekte der Mehrsprachigkeit berücksichtigt.

Termine:

Mo 30.10.2017 – 12.02.2018 13.30 – 15.00 Uhr, M 631 (wöchentlich)

Seminar: „Grundlagen DaZ im Fachstudium Deutsch“ (3cr)

(Zielgruppe: Fachdidaktik Deutsch/DaZ)

Dozent: Erkam Ekinci

Die steigende Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache und deren Bedürfnisse im Fach­unterricht stellen viele Lehrkräfte vor Herausforderungen. Der erste Teil dieses Seminars widmet sich der Erarbeitung der Grundlagen des Deutschen als Zweitsprache und Merk­malen (sogenannter) Migrantensprachen in Deutschland (z. B. Türkisch, Russisch, Arabisch). Besonderheiten und Transfer­phänomene vor dem Hintergrund unterschiedlicher Herkunfts­sprachen werden untersucht. Der zweite Teil des Seminars widmet sich sprachlichen Anforderungen im Unterricht, d. h. Merkmale von Schriftlichkeit und Mündlichkeit (konzeptionell/medial) sowie der Komplex Alltagssprache – Bildungssprache– Fachsprache werden diskutiert. Sprachliche und nicht­sprachliche Fächer werden auf ihre spezifischen sprachlichen Erfordernisse und Herausforderungen analysiert. Die letzten Sitzungen widmen sich den Möglichkeiten der Gestaltung und Umsetzung sprachsensiblen Unterrichts in allen Fächern sowie der Integration der Herkunftssprachen der Schülerinnenund Schüler.

Termine:

  • Fr. 15.12.2017 10.00 – 11.30 Uhr, F 428
  • Fr. 19.01.2018 13.30 – 18.15 Uhr, C 358
  • Sa. 20.01.2018 9.00 – 16.30 Uhr, C 252
  • Fr. 02.02.2018 13.30 – 18.15 Uhr, C 358
  • Sa. 03.02.2018 9.00 – 16.30 Uhr, C 358

Ringvorlesung: „Mehrsprachigkeit in der (außereuropäischen) Romania“

Dozenten: Prof. Dr. Georg A. Kaiser, Prof. Dr. Tanja Kupisch

Auch außerhalb Europas stehen romanische Sprachen in Kontakt mit anderen. Dazu gehören Sprachen, die bereits vorder Verbreitung romanischer Sprachen in bestimmten Gebie­ten gesprochen wurden (z. B. indigene Sprachen in Amerika oder Afrika), oder solche, die nach der Etablierung der roma­nischen Sprachen durch Migration in diese Gebiete gelangt sind (z. B. Deutsch in Südbrasilien). Des Weiteren werden romanische Sprachen auch in nicht (mehr) romanischsprachi­gen Gebieten gesprochen, wie beispielsweise Spanisch in den USA. In vielen dieser Fälle werden individuelle Sprecher mehrsprachig und es kommt zu Einflüssen zwischen den jeweiligen Sprachen. Die Ringvorlesung beleuchtet Facetten des Sprachkontakts mit (und auch zwischen) romanischen Sprachen außerhalb Europas, einerseits aus der Perspektive der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit (Sprachkontakt, Sprachpolitik, Minderheitensprachen), andererseits aus der Perspektive der individuellen Mehrsprachigkeit (frühkindlicherBilingualismus, Zweitspracherwerb, Sprachverlust und Terti­ärspracherwerb). Zu Beginn der Vorlesungsreihe werden die beiden Organisatoren in diese Themenbereiche einführen. Anschließend werden nationale und internationale Expertin­nen und Experten der Mehrsprachigkeitsforschung zu aus­gewählten Themen vortragen. Die Ringvorlesung richtet sich an die Studierenden der Universität Konstanz und der PH Thurgau ebenso wie an die interessierte Öffentlichkeit.

Termine: Do 26.10.2017 – 15.02.2018 17.00 – 18.30 Uhr, A 703 (wöchentlich)

Schnupperkurs:

Sprachen- und Kulturenvielfalt im Klassenzimmer – am Beispiel der türkeistämmigen SchülerInnen aus der Türkei

Teil 1:

Geschichte

  • Die Türkei: ein multiethnischer Staat
  • Alltag (mögliche Einflüsse)
  • Kultur (Kunst/Literatur/Film)
  • Hintergrund Migration

Teil 2:

  • Sprachen der Türkei
  • Türkische Sprache
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten Deutsch-­Türkisch
  • ausgewählte Probleme im Zweitspracherwerb Deutsch bei türkischer Erstsprache
  • Zusammenfassung

Termin:

  • Fr. 24.11.2017 9.00 – 13.15 Uhr (Teil 1)
  • Fr. 01.12.2017 9.00 – 13.15 Uhr (Teil 2)

Anmeldung bei mehrsprachigkeit@uni­konstanz.de

Aufbauangebot:

Seminar:„Sprachsensibler Fachunterricht“ (3cr)

Dozentin: Irina Kroeske

Lernen ist immer sprachlich vermittelt, u.a. bedeutet dies, dass der Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler von ihren sprachlichen Kompetenzen abhängt. Da Sprache konstitutiv für das Lernen (und Lehren) im Unterrichts­kontext ist, ist sprachliche Bildung in jedem Schulfach bedeutsam. Im Rahmen des Seminars werden die unter­schiedlichen Sprachregister der Schule (Alltagssprache– Bildungssprache – Fachsprache) vergleichend erarbeitet und Möglichkeiten sprachsensiblen Handelns für Lehr­kräfte aufgezeigt. Dazu gehören aktuelle Scaffolding Ansätze, die darauf abzielen, sprachliche Komplexität gezielt aufzubauen, anstatt zu reduzieren (amplify, don`t simplify). Anhand von Arbeitsblättern, Schulbücher u.ä. wird erarbeitet, welche Möglichkeiten Scaffolding bietet und erste Kompetenzen aufgebaut.

Termine:

  • Sa. 03.02.2018 8.15 – 17.45 Uhr, H 305
  • Sa. 10.02.2018 8.15 – 17.45 Uhr, H 305
  • Sa. 17.02.2018 8.15 – 16.45 Uhr, H 305

Seminar: „Schreibkompetenzen bei mehrsprachigen Schülern fördern“ (3cr)

Dozent: Frank Fuchshuber

Im Seminar gehen wir dem Verlauf des Schriftspracherwerbsvon der Grundschule bis in die Sekundarstufe nach, befassenuns mit unterschiedlichen Modellen des Schreibens und untersuchen unterschiedliche Einflussfaktoren auf den Erfolg der Schreibkompetenz in der Sekundarstufe. Auf Grundlage der Textlinguistik und der Analysen unterschied­licher Textsorten widmen wir uns dem (sinnvollen) Einsatz von Texten im Unterricht. Dabei erarbeiten wir Methoden und Förderstrategien, die mehrsprachige Schüler fördern können und diskutieren konkrete Techniken und Maßnahmenfür den Unterricht. Dies führt unweigerlich zu der (Gretchen)Frage nach entsprechenden Materialien, Übungen und Auf­gaben. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Vorbereitungund Anpassung von Texten im Sinne eines sprachsensiblen Ansatzes gerichtet. Für die Praxis sollen – ausgehend von Fallbeispielen – Übungen und Aufgaben diskutiert werden.

Termine:

Fr 03.11.2017 – 16.02.2018 10.00 – 11.30 Uhr, H 305 (wöchentlich)